
Vor einigen Wochen erreichte uns eine traurige Nachricht aus unserer Partnergemeinde in Trujillo / Peru. Ein junger Mann (EDUARDO, 24 J.), der seit Jahren aktiv in der Gemeinde tätig war, hat sich bei einem schweren Verkehrsunfall, bei dem insgesamt 28 (!) Menschen ums Leben gekommen sind, die Wirbelsäule drei Mal gebrochen. Nach langwierigen Operationen und Behandlungen liegt er nun schon seit Monaten in einem Bett im Hausflur seiner Eltern, immer noch gelähmt, vom Brustbein an abwärts. Er wird wohl den Rest seines Lebens nicht mehr gehen können.
Im Rahmen unserer alljährlichen Adventsaktion der Jugendgruppe der Christuskirche Wandsbek haben sich die Jugendlichen unter der Regie von Inga Schwerdtfeger entschlossen, Eduardo zu helfen, damit er eine Perspektive für sein Leben bekommt und auch weiterhin ein würdiges Dasein führen kann. Und vor allem: Einmal für sich selbst sorgen kann! Sein großer Lebenstraum war es, einmal Lehrer zu werden, um anderen jungen Menschen in seiner Heimat dabei zu helfen, dass auch sie einmal aus ihrem Leben etwas machen können. Selbst in seinem derzeit so furchtbaren Zustand gibt er vom Bett aus Nachhilfeunterricht für schwache peruanische Schüler. Ein wirklich großartiger Charakter...
Dieses Projekt ist uns allen ein wirkliches Herzensanliegen, denn die Armut vor Ort ist unvorstellbar. Wir wollen nicht vorbeisehen an diesem Leid - was natürlich auch andernorts auf der Welt groß ist. Aber ich denke, als Christen sollten wir dennoch punktuell sichtbar werden und in Aktion treten.
Viele aus unserer Jugendarbeit helfen mit, sie räumen ihre Zimmer, Schränke und Speicher auf, sammeln in Kartons Bücher, Spielzeug, Kleidung etc... alles, was sie gern entbehren wollen und können für Eduardo; sie backen, basteln und bereiten mit vor. Die Jugendleiter sind aktiv, motivieren andere, damit in der wenigen Zeit, die noch bleibt, so viel wie möglich zusammen kommt. In der Jugendandacht sammeln wir seit Wochen für diesen Zweck. Ich bin stolz darauf, was unsere Jugend bewegen kann. Menschen spenden und unterstützen uns.
Wir sind optimistisch!
Ihr R.Hölck
Ich bin ganz begeistert, dass ich erfahren habe, dass Wandsbek eine eigene Website hat,
die ich mir noch ausführlicher ansehen werde.
Ich habe vom November 1946 bis Ende Juni 1957 in Wandsbek
an der Zollstrasse bei der Hefefabrik gewohnt
und bin ins Matthias Claudius Gymnasium zur Schule gegangen.
Ende Juni 1957 bin ich in die USA ausgewandert,
besuche aber gerne noch heute die Hansestadt und speziell Wandsbek.
So konnte ich im September 2007 alte Freunde in Wandsbek besuchen.
Jetzt wohne ich in einem kleinen Nest (Saint Paul) in Nordwest Arkansas und versuche für diesen Ort eine Website unter
http://www.geocities.com/karlecke
zu unterhalten. Sollte eigentlich daran mehr arbeiten.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude bei der Entwicklung der Wandsbeker Seiten.
Karl-Heinz Ecke

Hamburg Journal
Michael Pommerening (57) blickt aus dem Fenster seiner Anwaltskanzlei. Davor stehen Kastanienbäume mit dicken, hellgrünen Knospen. Noch geben sie den Blick frei auf den sonnenbeschienenen Wandsbeker Markt. Im Sommer dringt kein Blick mehr durch die grüne Blätterwand. Durch das geöffnete Fenster ist Autolärm zu hören, das Warnsignal eines Krankenwagens und das Stimmengewirr der Menschen, die unten vorbeigehen.
"Der Wandsbeker Markt ist mein Lieblingsplatz", sagt Pommerening. "Seitdem er vor zwei Jahren umgestaltet wurde, schlägt hier das Herz des Stadtteils." 2,3 Millionen Euro haben Stadt, Bezirk und Privatleute in die Verschönerung des Platzes investiert. In seiner Mitte steht ein bunt verglastes Restaurant, an den Tischen davor sitzen Menschen in der Sonne. Besonders freut den Hobbyhistoriker Pommerening, dass auf dem Platz Löwen und prächtige Vasen aus Stein aufgestellt wurden, die einst die Zufahrt zum Wandsbeker Schloss säumten. Und natürlich die Statue des berühmten Wandsbeker Dichters und Journalisten Matthias Claudius.
"Wandsbek hat eine Reihe von Besonderheiten", sagt der Anwalt und deutet auf das Karstadt-Gebäude gegenüber. "Dort steht Hamburgs ältestes Kaufhaus, das gleichzeitig eines der ersten Deutschlands war." Dann zählt er auf, was es sonst noch Einmaliges in Wandsbek gibt: Das Cinemaxx-Kino über dem Einkaufszentrum "Wandsbek-Quarree" thront auf einer Brückenkonstruktion, deren sieben Pfeiler 40 Meter tief in den Boden eingelassen wurden. Das Mausoleum des Grafen Heinrich Carl von Schimmelmann gilt als bedeutendstes klassizistisches Bauwerk. Und schließlich wurde in Wandsbek 1881 die erste Kunsteisbahn Deutschlands gegründet. Außerdem ist Wandsbek Standort der Firma Nestlé. Hier arbeiten Menschen aus 40 verschiedenen Nationen und stellen Choco Crossies, After Eight und Smarties her.
Als Pommerening seine Kanzlei in der Mittagspause verlässt, riecht es nach Hefe. "Neben dem Schokoladenduft ist auch dieser Geruch typisch für Wandsbek", sagt Pommerening schmunzelnd. Er weht von den Deutschen Hefewerken herüber, die 1836 gegründet wurden und heute weltweit führend sind in der Entwicklung spezieller Hefekulturen.
Häufig macht der Anwalt mittags einen Spaziergang entlang der Wandse. Aus den Büschen und Bäumen klingt Vogelgezwitscher. Es ist ein schmales Stück Idylle - rechts und links stehen Mehrfamilienhäuser in langen Reihen. "Im Krieg wurde fast ganz Wandsbek zerbombt", sagt Pommerening. "Der Wiederaufbau musste schnell gehen, da wurden keine architektonischen Besonderheiten geschaffen."
Der Grünzug an der Wandse erweitert sich an einer Stelle zum Eichtalpark - hier sind Häuser und Straßen weit weg. Trauerweiden lassen ihre Zweige über Teiche hängen. Enten schnattern. Die Attraktion ist ein Gehege mit Ziegen, die von Kindern mit Äpfeln und Salat gefüttert werden.
"Wandsbek hat viel zu bieten", sagt Michael Pommerening. Um das zu vermitteln, war er Koautor mehrerer Bücher über den Stadtteil und Initiator eines historischen Rundganges. "Damit möchten wir die Wandsbeker Identität fördern und bewahren", sagt Pommerening. Anscheinend mit Erfolg. Denn immer mehr Bürger und Geschäftsleute engagieren sich für Projekte im Stadtteil - sei es bei der Illumination des Rathauses, dem Aufstellen einer Weihnachtstanne, oder der Renovierung des Puvogelbrunnens. Durch dieses neue Bewusstsein werde Wandsbek immer schöner, sagt Pommerening. Und eines Tages werde der Wandsbeker Markt dem Jungfernstieg Konkurrenz machen.
Friederike Grupe, Hamburger Abendblatt (05.04.07)